Im vorigen Artikel wurde gezeigt, dass die Wahrheit das System langfristig stabilisiert, weil sie eine Quelle der Spannungsakkumulation beseitigt.
Dies führt zu der nächsten Frage:
Sollte jede Korrektur auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden?
Lohnt es sich immer, zu intervenieren?
1. Korrektur und Reparatur - nicht dasselbe
Berichtigung bedeutet:
- die Tatsache zu benennen,
- Hinweis auf Konsequenzen,
- versuchen, die Richtung zu ändern.
Reparieren bedeutet:
- die volle Funktionalität des Systems wiederherzustellen.
Nicht jedes System kann repariert werden.
Aber jeder kann auf seine Veränderbarkeit überprüft werden.
Diese Unterscheidung ist entscheidend.
2. wie man erkennt, dass ein System modifizierbar ist
Das System bleibt offen für Korrekturen, wenn:
- antwortet auf Feedback,
- übernimmt zumindest einen Teil der Verantwortung,
- zumindest eine minimale Verhaltensänderung herbeiführt,
- die Kosten nicht einseitig weitergegeben werden.
Wenn es nach der Korrektur auch nur eine Mikrobewegung gibt - dann liegt Plastizität vor.
Und wo es Plastizität gibt, ist ein Eingriff sinnvoll.
3. wenn eine Intervention aufhört, eine Korrektur zu sein
Eine Intervention hört auf, eine Korrektur zu sein, wenn:
- Informationen werden ignoriert,
- die Verantwortung wird systemisch verwässert,
- Die Reaktion auf den Versuch einer Veränderung ist ein Angriff oder eine Abwertung,
- Energie fließt nur in eine Richtung.
Dann haben wir es nicht mit Widerstand zu tun.
Wir haben es mit einem geschlossenen System zu tun.
Ein geschlossenes System ist kein Feld für Korrekturen.
Es ist eine Struktur, die keine Informationen akzeptiert.
4. Loslassen als ein Akt der Korrektur
Loslassen bedeutet nicht, die Wahrheit aufzugeben.
Es bedeutet nicht, wegzulaufen.
Das ist es:
- Unterbrechung des einseitigen Energieflusses,
- Anerkennung der mangelnden Plastizität des Systems,
- Verlagerung der Ressourcen dorthin, wo echte Veränderungen möglich sind.
In diesem Sinne kann das Loslassen manchmal die wirtschaftlichste Anpassung sein.
5 Ebene der Einheit
Der gleiche Mechanismus ist auch beim Menschen am Werk.
Wenn:
- erscheint ein Überlastungssignal,
- Grenzen werden immer wieder überschritten,
- Korrekturversuche bewirken keine Veränderung,
wird eine anhaltende Intervention zu einer Quelle weiterer Destabilisierung.
In einem solchen Fall ist das Loslassen kein Versagen.
Es ist eine Wiederherstellung des Gleichgewichts.
6. biologische und Makroebene
In natura:
- Systeme, die sich nicht anpassen können, werden verschwinden,
- Systeme ohne einen Korrekturmechanismus fallen auseinander,
- Energieflüsse, wo Veränderung möglich ist.
Das ist kein moralisches Urteil.
Es geht um die Mechanismen des Überlebens.
Interventionen sind dort sinnvoll, wo Anpassungsfähigkeit vorhanden ist.
Wo sie nicht vorhanden ist - bestimmt das System seinen eigenen Horizont.
7. Antwort
Ist es immer eine Korrektur wert?
Nein.
Es lohnt sich, dort zu korrigieren, wo es zumindest eine minimale Plastizität gibt.
Wo sie nicht vorhanden ist, besteht die Korrektur darin, Energie abzuziehen.
Die Grenze der Intervention ist kein Moment der Kapitulation.
Es ist ein Moment der Anerkennung der Struktur.





