In den drei vorangegangenen Artikeln haben wir gezeigt, dass es verschiedene Modelle des Denkens und Handelns bei der Arbeit mit einem Organismus gibt. Einige basieren auf einem kontinuierlichen Prozess, andere auf dem Streben nach einer praktikablen Lösung und einem Abschluss.
Dieser Artikel versucht, eine letzte, oft übersehene Frage aufzuwerfen: Was passiert als nächstes, wenn der Prozess endet.
Denn hier beginnt die Verantwortung.
Bei der Rechenschaftspflicht geht es nicht um Kontrolle
In vielen Ansätzen der Körperarbeit wird Verantwortlichkeit als ständige Überwachung, regelmäßige Korrektur und eine ständige „Hand am Puls“ verstanden. Dies vermittelt ein Gefühl der Sicherheit, hält aber gleichzeitig den Glauben aufrecht, dass eine Person ohne externe Anleitung nicht allein zurechtkommt.
In der Zwischenzeit kann Verantwortung etwas anderes bedeuten.
Sie kann den Moment bedeuten, in dem man nichts mehr tun muss und den Raum erhält, um mit seinen eigenen Mechanismen wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Hilfe, die funktioniert und keine Abhängigkeiten schafft
Bei effektiver Hilfe geht es nicht darum, den Kunden im Prozess zu halten.
Es geht darum, den Punkt zu erreichen, an dem der Prozess nicht mehr benötigt wird.
Wenn sich der Organismus nach einem biologischen Eingriff stabilisiert und das Problem irrelevant wird, sind weitere Maßnahmen kein Beweis für Besorgnis, sondern oft ein Mangel an Vertrauen in die natürlichen Regulationskapazitäten.
Echte Hilfe:
- macht nicht süchtig
- erfordert keine ständige Rückkehr
- baut keine Beziehung auf, die auf der Angst vor „Verunsicherung“ basiert
Die Rolle des Spezialisten hat ihre Grenzen
Der Spezialist, Therapeut oder Diagnostiker hat in einem bestimmten Stadium eine wichtige Funktion.
Er oder sie hilft zu verstehen, was im Körper vor sich geht, gibt die Richtung vor und leitet manchmal einen Eingriff ein.
Aber es ist nicht seine Aufgabe , die Verantwortung für das gesamte Funktionieren des Körpers einer anderen Person zu übernehmen.
Wenn der Prozess abgeschlossen ist, ändert sich die Verteilung der Verantwortung.
Sie liegt nicht mehr bei externen Werkzeugen und Betreuern, sondern der Organismus und die Entscheidungen der beteiligten Person beginnen eine immer wichtigere Rolle zu spielen.
Geschlossenheit als Element der Gesundheit
Der Abschluss des Prozesses wird manchmal unterschätzt und manchmal sogar als Bedrohung angesehen.
Dabei ist er eines der Schlüsselelemente der biologischen und geistigen Gesundheit.
Ein Organismus, der sich ständig im Korrekturmodus befindet, hat keinen Raum für Stabilisierung.
Ein Prozess, der niemals endet, hört auf, ein Prozess zu sein und wird zu einem Zustand.
Abschluss bedeutet nicht Versagen oder Abbruch der Behandlung.
Es bedeutet, dass die Intervention ihren Zweck erfüllt hat.
Informierte Entscheidung statt Rechtsstreit
Dieser Text ist nicht dazu gedacht, irgendeinen Ansatz oder eine Umgebung zu beurteilen.
Er soll lediglich zeigen, dass verschiedene Modelle der Arbeit mit dem Körper zu unterschiedlichen Konsequenzen führen.
Jeder hat das Recht zu wählen:
- kontinuierlicher Prozess
- Intervention mit Abschluss
- oder etwas dazwischen
Es ist wichtig zu wissen, auf welches Modell wir uns zubewegen und welche Auswirkungen es tatsächlich hat.
Den Kreislauf schließen
Dieser Artikel schließt die Serie über verschiedene Modelle der Arbeit mit dem menschlichen Körper ab.
Von der Unterscheidung zwischen Prozess und Lösung über die Praxis der Diagnose und Intervention bis hin zu dem Punkt, an dem der Prozess abgeschlossen ist und keine weitere externe Anleitung erforderlich ist.
Nicht um etwas zu beweisen.
Um eine informierte Entscheidung zu treffen.





